30-03-2026, 22:07 - Wörter:
Natürlich war Maebh nicht geübt im Gedankenlesen. Na schön... nicht geübt war vielleicht sogar ein klein wenig übertrieben. Sie konnte es schlichtweg nicht. Das bedeutete auch, dass ihr keineswegs bewusst war, was im Kopf der Freundin vor sich ging. Sie sah nur die Sorgenfalte. Und die war auf dem Gesicht der Novizin sehr präsent. Präsent genug, dass ihre Gedanken sofort begannen, zu rotieren. Urteilte die Freundin bereits über sie? Hatte sie sich ihrer Freundschaft nun entledigt, weil sie ehrlich gewesen war? Wollte Yue jetzt noch was mit ihr zu tun haben? Wollte sie noch mit ihr sprechen? Fast schon hatte sie befürchtet, dass es jetzt vorbei war, sie mit ihren Gedanken und Fehlern allein blieb. Aber dann schob sich eine Hand um ihren Arm, Yue hakte sich bei ihr ein und war ihr plötzlich so nah.
Und das unglaubliche geschah. In ihre Gedanken aus Selbstzweifeln, Scham und Frustration hatte sie so etwas wie Ruhe gebracht. Verständnis. Liebe. Anerkennung! Anerkennung für ... was? Ihre Ehrlichkeit? Sie war nicht ehrlich gewesen. Eanruig wusste nichts davon. Sie war nicht ehrlich. Sie ... verschwieg es ihm. War das lügen?
«Ich weiß genau, warum ich es getan habe. Ich war einsam. Fühlte mich verlassen. Er hat mich gesehen. Aber ich denke, es war ein riesiger Fehler, Yue. Und ich würde gerne mit meinem Mann darüber sprechen, aber ich fürchte, wenn ich es ihm jetzt sage... dann zerbreche ich ihn. Das, was sich zwischen uns entwickelt ist so... sensibel und filigran. Und ich möchte nicht, dass es kaputt geht. Ich könnte alles verlieren. Und ich ... will nicht wieder alleine sein.»
All das Ansehen, der Titel... da war ihr gleich. Aber ihr Kind? Ihre Beziehung? Die Kinder ihres Mannes? All diese Dinge, die zu ihrem zu Hause gehörten? Nein.
«Ich fühle mich..sehr gesegnet. Ich habe einen Sohn geboren, der kerngesund ist und Eanruigs wunderschöne Augen hat. Und mein Haar. Den Göttern sei dank...» Immerhin trug ihr Mann eine wundervolle Glatze. «Und ich hoffe, dass auch seine Kinder mich irgendwann ... annehmen können.»
Was allerdings ihre Stiefmutter anging, so runzelte sie ein wenig nachdenklich die Stirn.
«Ich wünsche mir dieses Selbstbewusstsein an mir... ich glaube, ich habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht, was mein Vater eigentlich wirklich für mich getan hat, als er mich an Eanruig geben hat.»
Und plötzlich fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. Sie blinzelte, ihr Mund formte ein perfektes O, als ihr bewusst wurde, dass ihr Vater dafür gesorgt hatte, dass sie nicht nur als Mensch über ihrer Stiefmutter stand. Sonden auch im Titel. Im Rang. Sie war Fürstin. Ihre Stiefmutter bewegte sich in ihr Herrschaftsgebiet. Und sie hatte die Möglichkeit zu zeigen, was für ein Schlag Mensch sie war.
«Er hat mich beschützt, als er mich Eanruig heiraten ließ. Mir wird gerade erst bewusst, wie viel... Macht ich habe.»
Und die war etwas unglaublich kostbares. In Maebhs Gesicht spiegelte sich keineswegs Gier oder Wahnsinn. Sondern Faszination, Demut und Erkennen. Sie hatte die Macht, besser zu sein. Sich angemessen über die Situation zu stellen und sie zu regulieren. Und wenn ihr nicht gefiel, wie ihre Stiefmutter sich benahm, dann konnte sie die Frau ohne schlechtes Gewissen des Platzes verweisen.
«Ich weiß nicht... ich dachte, ich bin es nicht. Sie macht mir Angst», ergänzte sie noch. «Aber vielleicht sehe ich mich selbst gar nicht richtig. Es... ist, als würde ich gerade zum ersten Mal die Augen öffnen und... mich sehen», sie sah zu Yue. «Verstehst du, was ich meine?»
Und das unglaubliche geschah. In ihre Gedanken aus Selbstzweifeln, Scham und Frustration hatte sie so etwas wie Ruhe gebracht. Verständnis. Liebe. Anerkennung! Anerkennung für ... was? Ihre Ehrlichkeit? Sie war nicht ehrlich gewesen. Eanruig wusste nichts davon. Sie war nicht ehrlich. Sie ... verschwieg es ihm. War das lügen?
«Ich weiß genau, warum ich es getan habe. Ich war einsam. Fühlte mich verlassen. Er hat mich gesehen. Aber ich denke, es war ein riesiger Fehler, Yue. Und ich würde gerne mit meinem Mann darüber sprechen, aber ich fürchte, wenn ich es ihm jetzt sage... dann zerbreche ich ihn. Das, was sich zwischen uns entwickelt ist so... sensibel und filigran. Und ich möchte nicht, dass es kaputt geht. Ich könnte alles verlieren. Und ich ... will nicht wieder alleine sein.»
All das Ansehen, der Titel... da war ihr gleich. Aber ihr Kind? Ihre Beziehung? Die Kinder ihres Mannes? All diese Dinge, die zu ihrem zu Hause gehörten? Nein.
«Ich fühle mich..sehr gesegnet. Ich habe einen Sohn geboren, der kerngesund ist und Eanruigs wunderschöne Augen hat. Und mein Haar. Den Göttern sei dank...» Immerhin trug ihr Mann eine wundervolle Glatze. «Und ich hoffe, dass auch seine Kinder mich irgendwann ... annehmen können.»
Was allerdings ihre Stiefmutter anging, so runzelte sie ein wenig nachdenklich die Stirn.
«Ich wünsche mir dieses Selbstbewusstsein an mir... ich glaube, ich habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht, was mein Vater eigentlich wirklich für mich getan hat, als er mich an Eanruig geben hat.»
Und plötzlich fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. Sie blinzelte, ihr Mund formte ein perfektes O, als ihr bewusst wurde, dass ihr Vater dafür gesorgt hatte, dass sie nicht nur als Mensch über ihrer Stiefmutter stand. Sonden auch im Titel. Im Rang. Sie war Fürstin. Ihre Stiefmutter bewegte sich in ihr Herrschaftsgebiet. Und sie hatte die Möglichkeit zu zeigen, was für ein Schlag Mensch sie war.
«Er hat mich beschützt, als er mich Eanruig heiraten ließ. Mir wird gerade erst bewusst, wie viel... Macht ich habe.»
Und die war etwas unglaublich kostbares. In Maebhs Gesicht spiegelte sich keineswegs Gier oder Wahnsinn. Sondern Faszination, Demut und Erkennen. Sie hatte die Macht, besser zu sein. Sich angemessen über die Situation zu stellen und sie zu regulieren. Und wenn ihr nicht gefiel, wie ihre Stiefmutter sich benahm, dann konnte sie die Frau ohne schlechtes Gewissen des Platzes verweisen.
«Ich weiß nicht... ich dachte, ich bin es nicht. Sie macht mir Angst», ergänzte sie noch. «Aber vielleicht sehe ich mich selbst gar nicht richtig. Es... ist, als würde ich gerade zum ersten Mal die Augen öffnen und... mich sehen», sie sah zu Yue. «Verstehst du, was ich meine?»
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